• bleddin19.jpg
  • blick19.jpg
  • cranach19.jpg
  • dabrun19.jpg
  • globig19.jpg
  • pratau19.jpg
  • seegrehna19.jpg
  • selbitz19.jpg
  • wartenburg19.jpg
 
 
 

Zur Abendmahlspraxis in unserer Gemeinde

Im Gemeindekirchenrat wurde in den Sitzungen am 5.12. und 16.1. über unsere Abendmahlspraxis im Pfarrbereich beraten und folgende Dinge beschlossen:

1) Abendmahl mit Kindern

In Zukunft ist es möglich, dass Kinder - mit Zustimmung der Eltern – auch vor der Konfirmation am Abendmahl teilnehmen können. Bisher war das erst nach der Konfirmation möglich. Leitender theologischer Gedanken war bisher, dass es eine Einführung braucht, bevor man am Abendmahl teilnehmen kann. Wer dabei sein wollte, musste verstehen können, warum wir dieses Mahl feiern und wie es würdig begangen wird. Davon lösen wir uns nun. Denn die Frage ist, ob das Verstehen eine Voraussetzung sein kann, an den Tisch des Herrn zu kommen. Was ist dann mit geistig Behinderten oder dementen Menschen? Wichtiger als das Verstehen ist eine Grundhaltung: „Ja, ich möchte an Jesu Tisch eingeladen sein. Ich möchte, dass Jesus mir in Brot und Wein nahe kommt, auch wenn ich nicht genau verstehe, wie das geschieht.“ Zudem hat Jesus Kinder explizit zu sich eingeladen: „Lasset die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht, denn solchen gehört das Reich Gottes.“ (Mk 10,14). Nichtsdestotrotz halten wir auch das Verstehen nach wie vor für wichtig. Eltern sollen ihren Kindern erzählen, warum wir Abendmahl feiern – und ihnen eine würdige Praxis vorleben. Und auch im Konfirmandenunterricht soll das weiter thematisiert und vertieft werden.

2) Abendmahl mit Einzelkelchen

Durch die Corona-Situation haben wir im Pfarrbereich die Praxis der Einzelkelche eingeführt. Früher wurde – entsprechend der Worte Jesu „Trinket alle daraus!“ (Mt 26,27) – aus einem Gemeinschaftskelch getrunken. Das war auch schon nicht völlig unhygienisch, da die Trinkstellen zwischendrin abgewischt wurden und das Silber in den Kelchen eine desinfizierende Wirkung hat. Allerdings sind wir alle durch die Pandemie noch vorsichtiger geworden und wollen durch eine Rückkehr zur alten Praxis nicht unnötige Hürden zum Abendmahlsbesuch aufbauen. Diese Gedanken der Rücksichtnahe rechtfertigen unserer Ansicht nach eine weiter gefasste Auslegung der Worte Jesu. Von daher bleibt es bei der Praxis der Einzelkelche. Damit dies auch in würdiger Form geschieht, werden wir in der nächsten Zeit Abendmahlssets für jeden Ort anschaffen, so dass es einheitliche und schöne Einzelkelche gibt. Es soll nicht das Gefühl aufkommen, man trinke einen Schnaps. Bitte trinken Sie daher gleich nach dem Empfang des Einzelkelches und verzichten Sie auf ein „Zuprosten“. Das Trinken erinnert uns daran, dass Jesus sein kostbares Blut für uns vergossen hat. Das soll sich in unserer Praxis widerspiegeln.

3) Traubensaft statt Wein; glutenfreie Oblaten

Alkoholismus ist ein großes Problem in unserer Gesellschaft. Und auch unabhängig davon gibt es Menschen, die bewusst auf den Konsum von Alkohol verzichten. Um eine Stigmatisierung dieser Menschen zu vermeiden und auch hier keine unnötigen Hürden für den Abendmahlsempfang aufrecht zu erhalten, haben wir uns entschieden, in Zukunft generell Traubensaft statt Wein für das Abendmahl zu verwenden. Auch hier rechtfertigt unserer Meinung nach die Nächstenliebe die etwas weiter gefasste Praxis. Beim letzten Abendmahl Jesu wurde selbstverständlich Wein verwendet. Wir versuchen mit Traubensaft („Frucht des Weinstocks“) die größtmögliche Nähe zu behalten, ohne die Hürde „Alkohol“ aufzubauen. Außerdem halten wir glutenfreie Oblaten vor. Da die Zahl der Menschen mit einer Glutenunverträglichkeit noch sehr überschaubar ist, meinen wir, noch nicht grundsätzlich darauf umstellen zu müssen (verursacht auch höhere Kosten). Aber wen das betrifft, den bitten wir vor dem Gottesdienst kurz dem Pfarrer oder Küster ein Zeichen zu geben. Dann wird auch die glutenfreie Variante vorbereitet.

4) Kreis statt Wandelabendmahl

Auch durch die Pandemie hat sich größtenteils die Praxis des „Wandelabendmahls“ durchgesetzt. Das heißt, es wurde kein großer Kreis mehr gebildet, sondern in einer Schlange bekam jeder der Reihe nach Brot und Wein gereicht und setzte sich wieder hin. Hier wollen wir nun zur alten Ordnung zurückkehren. Der Empfang der Gaben im Kreis, sowie das Sendungswort zum Abschluss betont den Gemeinschaftscharakter des Abendmahls viel besser. Wir können uns ansehen. Wir stehen gemeinsam ums Kreuz. Das ist ein wichtiges Zeichen, auf das wir nicht verzichten wollen. Einzige Ausnahme: Bei größeren Gottesdiensten, wo die Austeilung in mehreren Kreisen zu viel Zeit in Anspruch nehmen würde. Dort kann auch weiterhin auf das Wandelabendmahl zurückgegriffen werden. Wir hoffen, dass Sie als Gemeinde die Änderungen so mittragen können und das Abendmahl ein schöner, wichtiger und aufbauender Teil unserer Gottesdienste bleibt. Das Abendmahl ist wichtig für unser Glaubensleben, denn Paulus schreibt: „Beim Mahl des Herrn trinken wir aus dem Becher, für den wir Gott mit einem Dankgebet preisen. Bedeutet das nicht, dass wir alle Anteil an dem haben, was das Blut Christi für uns bewirkt hat? Wir brechen das Brot in Stücke und essen davon. Bedeutet das nicht, dass wir alle Anteil an dem haben, was Christus durch die Hingabe seines Leibes in den Tod für uns getan hat?“ (1. Kor 10,16, Neue Genfer Übersetzung)

Johannes Alex