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titel0224Liebe Gemeinde, neulich haben wir uns in der Christenlehre in Pratau über die Jahreslosung unterhalten. „Alles was ihr tut, soll in Liebe geschehen.“ sagt da der Apostel Paulus zu den doch recht streitsüchtigen Korinthern (1. Korinther 16,14). Die Kinder fanden es schön, als wir gemeinsam darauf gehört haben, wie Jesus seinen Jüngern die Füße gewaschen hat – ein Zeichen seiner Liebe. Und auch das zum Herz gelegte Handtuch sah schön aus. Als ich dann aber fragte: „Wie ist das eigentlich, können wir wirklich alles in Liebe geschehen lassen?“ kam prompt die Antwort: „Nein, das geht doch gar nicht.“ Dabei waren die Kids natürlich ziemlich schlau: „Wenn man jemanden umbringt, dann kann man das doch nicht in Liebe machen.“ Wie Recht sie haben. Manches Tun ist von vornherein mit der Liebe unvereinbar. 

Wenn Paulus noch ein paar Sätze mehr geschrieben hätte, wäre wohl der dabei gewesen: „Alles, was ihr nicht in Liebe tun könnt, das lasst besser sein.“ Aber das war nicht alles, was ich mit meiner Frage bezweckt habe. Und die Kinder haben es natürlich auch mitbekommen: Wir schaffen es nicht, dass all unser Tun liebevoll ist. Manchmal sind wir einfach zornig. Oder bockig. Oder ungeduldig. Oder gar gemein. Dieser Satz von Paulus wäre ziemlich ungnädig, ein hartes Gesetz, wenn wir ihn aus eigener Kraft erfüllen müssten.

Aber im griechischen Original steckt mehr drin. Dort wird für Liebe das Wort „agape“ verwendet und das meint die göttliche Liebe. Er hätte auch „eros“ verwenden können – sinnliche Liebe. Oder „philia“ – freundschaftliche, herzliche Liebe. Aber er hat bewusst „agape“ verwendet. „Agape“, die göttliche Liebe, können wir nicht machen. Die muss uns geschenkt werden. Und zwar, indem wir selbst die Liebe Gottes erfahren. „Philia“ kann man sich vornehmen. „Agape“ kann man nur empfangen und weitergeben. Man kann nach ihr streben, man kann Gott darum bitten, aber man kann sie nicht machen. Den anderen sehen, wie Gott ihn sieht, und mit ihm umgehen, wie Gott mit ihm umgeht – wie toll wäre es, wenn unser Miteinander davon bestimmt wäre!

Die vielen Veranstaltungen in diesem Gemeindebrief wollen gute Gelegenheiten sein, um von der Liebe Gottes zu hören, sie zu erfahren und auch um sie weiterzugeben. Lassen Sie sich dazu einladen! Besonders sei Ihnen dafür auch der Gebetsworkshop ans Herz gelegt.

Bleiben Sie behütet! Es grüßt Sie Ihr Johannes Alex