Gottes Bauplatz
Wie Gott bei uns am Werk ist.
Liebe Leserinnen und Leser,
dieses Titelfoto gefällt mir. Ein Bildhauer an der Arbeit. Erste Formen sind schon zu sehen. Rundherum Maschinen und Werkzeuge. Gerade schleift der Künstler am Sockel der Skulptur. Was wohl daraus wird? Vielleicht ein Einzelstück? Vielleicht ist es aber auch ein Teil von etwas Größerem? Das unscharfe Werkstück im Vordergrund könnte ein Hinweis darauf sein. Bei mir löst das Bild Neugier aus. Freude am Zuschauen. Aber auch Lust, selbst ein wenig mitzumachen.
Das Foto ist auch ein schönes Bild für die christliche Gemeinde. Ich glaube zutiefst, dass Gott am Werk ist. An jedem Einzelnen von uns, seinen „Einzelstücken“. Aber auch an uns als Gemeinde. Das ist nicht immer nur angenehm. Wenn Gott in unserem Leben arbeitet, dann kann das auch mal laut sein, vielleicht chaotisch. Dann wird auch mal etwas weggeschliffen, was dort nicht hingehört. Aber das Ziel Gottes mit uns ist immer die Schönheit und Freude. Ein Werk, das etwas von seiner Genialität, seiner Freude und seiner Schönheit widerspiegelt. Das einzige, was wir als „Werkstück“ tun können, ist, stillzuhalten. Uns Gott nicht zu entziehen. Sondern im Gegenteil: Seine Nähe zu suchen und ihn an uns arbeiten zu lassen. Das tut er auch in unseren Veranstaltungen: Im Gottesdienst, in den Gemeindekreisen, in der Seelsorge.
Aber in diesem Foto steckt auch noch mehr. Denn Gottes Arbeit am einzelnen und an der Gemeinde geschieht auch durch uns. Gott lädt uns ein, sein Schüler zu sein. Uns von ihm zeigen zu lassen, was wo getan werden soll. Was weg muss und was bleiben soll. In meinem Bücherregal steht ein schon älteres, aber immer noch sehr treffendes Buch. Es hat den Titel: „Handlanger auf Gottes Bauplatz“. Das klingt auf den ersten Moment vielleicht nicht so erstrebenswert: Wer möchte nur Handlanger sein? Aber es hat auch etwas Entlastendes: Es reicht, wenn wir bei Gott Handlanger sind. Wir müssen nicht die Architekten der Gemeinde sein, nicht die Bauingenieure oder Vorarbeiter. Es reicht, wenn wir das tun, was er selbst sagt.
Im Oktober wählen wir den Gemeindekirchenrat und ich freue mich sehr über alle, die sich haben aufstellen lassen. Bitte schätzen Sie diese Bereitschaft und wählen Sie mit. Unterstützen Sie die Kirchenältesten in ihrer Arbeit! Wir sind Handlanger - an unterschiedlichen Stellen. Auch wer kein Kirchenältester ist, findet viele Aufgaben in unserer Gemeinde, bei denen Mitarbeit gebraucht wird.
Gottes Ziel mit der Gemeinde ist übrigens kein Bau aus Steinen. Ja, wir brauchen auch Gebäude, aber sie sind nur Mittel zum Zweck, kein Selbstzweck. Gottes Ziel ist eine Gemeinschaft von Menschen, die nach seinen Vorstellungen leben, ihn ehren und füreinander und die Menschen in ihrem Umfeld da sind. Lasst uns daran mitwirken, solch eine Gemeinschaft zu sein.
Es grüßt Sie herzlich
Ihr Johannes Alex
© ottawagraphics / pixabay (ebenso Coverbild)